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Entschuldigung
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Strengelbach, den 3. März 1924
Herrn
............
Kommando der Feuerwehr
S
t r e n g e l b a c h.
Sie ersuchen mich, Sie wissen zu lassen,
weshalb
ich die am letzten Sonntag
statt gefundene Cadres-Übung nicht besucht habe und teile ich Jhnen in
Sachen folgendes mit:
Bekanntlich
führte die Musikgesellschaft am letzten Samstag ihr Jahresfest durch,
an dem ich aktiv mitzuwirken hatte. Jch hätte ja nun sofort nach
Abwicklung des Programms heimgehen können, damit ich die Cadres-Übung
ja nicht etwa verschlafe! Dieser Übung wegen wäre ich aber nicht 5
Minuten eher heimgegangen, als ich eben gegangen bin! Wohl
war ich Sonntag morgen zur
rechten
Zeit wach, um auch zur rechten Zeit auf dem Besammlungsort
anwesend zu
sein. Doch in der Meinung, dass noch etwa eine Stunde Schlaf mir zukömmlicher
sei, als Feuerwehrdienst, habe ich den Kopf wieder abgelegt und weiter
"gepfusset". Das ist der erste Grund meines Nichterscheinens.
Der
zweite Grund liegt darin, dass ich für solche Übungen
überhaupt nicht eingenommen bin. Sie fragen weshalb? und ich sage Jhnen
deshalb, weil bis jetzt an solchen Übungen wenigstens meiner Meinung
nach- selten etwas rechtes geleistet werden konnte. Jch meine: Kritik
ist recht, aber Überkritik ist ungesund. Es ist dies der zweite Grund
meines Nichterscheinens.
Nun
habe ich mir aber - ich
muss dies noch bemerken - von
Teilnehmern der erwähnten Cadres-Übung sagen lassen, dass der
"Betrieb" diesmal viel angenehmer und trotzdem lehrreicher
war, als das bei früheren solchen Übungen der Fall gewesen ist. Die
betreffenden
Chargierten sprachen sich über diese Übung nur lobend aus und bedauere
ich nun, aus dem oben erwähnten Grunde nicht erschienen zu sein.
Sie kennen nun die Gründe, weshalb ich mich am letzten
Sonntag nicht gezeigt habe und
erlaube ich mir zum Schlusse noch zu bemerken, dass das
die erste Übung ist, die ich nun seit meiner 15jähriger
Feuerwehrdienstpflicht nicht mitgemacht habe.
Hochachtend
!
Chef Hydr. II